Haltung in Zwingern, Garagen, Schuppen
11.05.2011 von Marianne
Wenn darüber diskutiert wird, wie man die Hunde schützen könnte, ist das alles sehr gut gemeint. Um Vernachlässigungen und Mißhandlung oder sonstiges Übel zu verhindern, wird versucht in allen möglichen Ausführungsvorschriften und Vorgaben den Hundezüchtern noch strengere Maßstäbe anzulegen. Was kein Gesetz der Welt kann: Das verhärtete Herz erweichen!
Wenn wir doch alle Hobbyzüchter sind, frage ich mich, warum es überhaupt die Möglichkeit der Unterbringung in Scheunen, Stallungen, Garagen, Schuppen oder Hundehäusern gibt. Wenn hier die Größe in Quadratmetern noch so pingelig vorgeschrieben wird und die Fenstergröße, der Zugang ins Freie, die Beheizbarkeit und ähnliches akribisch berechnet werden, machen wir nicht bereits hier einen Denkfehler?
Weshalb muss einem Hobbyzüchter überhaupt eine dauerhafte Haltung im Freien oder sonstigen “Gebäuden”, also getrennt von der Familie, gestattet werden? Wir haben Windhunde!, die die Nähe des Menschen brauchen. Was hat ein Whippet oder gar Windspiel in einem Zwinger oder einer Scheune zu suchen? Wenn wir doch Hobbyzüchter sind, dann können auch zwei Barsois in der Familie gehalten werden. Wird nicht gerade durch die Möglichkeit der Außenanlagen und Unterbringung in anderen Einrichtungen als dem Lebensmittelpunkt des Besitzers Tür und Tor geöffnet für das Verwahren von Hunden?
Wer soviel Hunde hält, dass er sie “außerhalb” unterbringen muss, hat der nicht schon zuviel? Wer so große oder so viele Hunde hält, dass er sie im Haus nicht ertragen kann, hat er dann nicht die falsche Rasse? Wenn wir vorgeben, das Wohl der Hunde im Auge zu haben, wissen wir dann nicht, dass kein Hund von seinem Halter getrennt sein möchte? Erst recht nicht die Mutterhündin mit Welpen? Wie soll eine Sozialisierung erfolgen, wenn die Welpen entfernt und ohne direkten Kontakt und Beobachtung irgendwo untergebracht sind? Welches Wohl ist denn hier gemeint?
Natürlich geht es auch mit Irish Wolfhounds. Eine junge Frau, sie kein Züchter sein wollte, hat einmal in einer Etagenwohnung einen ungewollten Wurf- wenn ich mich recht erinnere waren es elf- aufgezogen, was eine ungeheuerliche Arbeit mit sich brachte. Trepp-hoch, Trepp runter. Es waren wohl, wie man damals hörte, die bestgeprägtesten Welpen. Logisch! Wenn nämlich das Herz die Sache mit Sorgfalt und Hingabe übernimmt, dann braucht es keine Vorgaben.
Was stellen wir an mit unseren Hunden, wenn wir sie nur “horten”. Würde jede andere Art der Unterbringung außerhalb des Wohnbereichs gar nicht gestattet sein, bräuchte man keine Sorge haben, dass 20 oder 30 Hunde “auflaufen”. Dann gäbe es auch keinen Wurf jeden Monat. Dann gäbe es auch weniger ängstliche Hunde und es gäbe auch weniger insgesamt. Dann gäbe es auch weniger vernachlässigte Hunde, weil nichts so leicht “übersehen” werden kann und keine Probleme mit Kennelmaids oder Urlaubsplanung. Dann hätten die Halter noch eine Beziehung zu ihren Hunden, dann müssten durch neue Würfe auch nicht so tiefe Löcher im Portemonnaie gestopft werden, die eine Haltung sovieler Hunde verursacht…und und und





Danke…Du sprichst mir aus der Seele.
Caro
Danke für diesen Eintrag !!! Ich habe mich schon gefragt, wann sich jemand traut dieses Thema aufzugreifen. Da ich kein Züchter bin, habe ich mich nicht getraut.
lg
Stefanie
Hallo, vollkommen richtig !
Im voran gegangennen Artikel macht der Halter doch ganz deutlich klar, es geht ihm nicht um die Hunde, sondern um das Geld= zwei kostbare, wertvolle Junghunde wurden ihm u.a. entwendet.
Lg
Ilona
Hallo Marianne,
Du sprichst mir aus der Seele! - Ich habe das Thema vor wenigen Jahren bereits öffentlich angesprochen. Leider waren die Meinungen und Reaktionen dazu sehr verhalten, wenn nicht sogar schroff ablehnend. Das wird sich aus traurigem, aktuellen Anlaß hoffentlich ändern!
Ich glaube auch nicht daran, dass man mit noch so vielen Kontrollen solche schlimmen Zustände verhindern kann. Welche Handhabe hätte man da denn auch, wenn die Haltung in Zwingeranlagen gestattet, die Verwendung von Hauskäfigen für Erziehungs- und Gewöhnungsprozesse Usus ist?
Ich hatte selbst einen Whippet, dessen Erstbesitzerin offen damit hausierte, dass der Hund überwiegend in einem Zimmerkennel lebte. So hatte ich den auch ein körperliches und seelisches Wrack auf vier Pfoten. Aufgrund großer Panik vor TÄ bekam er vor Praxisbesuch leichte Beruhigungsmittel und ich weiß daher, dass ein sonst ängstlich-agressiver Hund sich unter Einsatz dieser Mittel “normal” benehmen kann.
Wer also dreist und lieblos genug ist, dem bieten sich eine Menge Möglichkeiten punkto schlechter und vernachlässigender Haltung!
…übrigens war mein Rüde auch sehr, sehr dünn. Ob das auch eine Folge solch einer Haltung sein kann? Stressbedingte, generalisierte Lipoatrophie? Gibt es das bei Windhunden?
Hoffentlich denken die Verbände um, was die Unterbringung von Hunden angeht!
LG Monika
Bravo Marianne, klasse geschrieben, dem ist Nichts hinzu zufügen.
Windhunde im Zwinger für mich undenkbar aber ich züchte auch nicht.
LG
Sabine
Hallo Marianne,
hattest Du nicht früher auch bis zu 20 Hunde zusammen mit Deinem damaligen Mann?
Wir haben derzeit 11 Hunde. Alle schlafen im Bettg, keiner wird übersehen.
Andere Menschen haben nur einen Hund und vernachlässigen diesen.
An der Zahl der Hunde kann man es, denke ich, nicht fest machen.
Aber sicherlich wird es ab einer gewissen Zahl an Hunden wirklich unübersichtlich!
Ich weiß nicht ob Du Dich noch an einen Australian Shepherd Züchter erinnerst ( ich glaube Du hattest Kontakt zu ihm), der auch Deine Beiträge zum Thema Zucht und Kosten auf seiner Website veröffentlicht hatte.
Diesem Züchter wurde Ende letzten Jahres um die 30 Hunde abgenommen, diverse durfte er behalten. Viele Hunde kamen ins Tierheim.
Auch ein angeblich seriöser Züchter!
Man kann den Menschen leider nur vor den Kopf gucken, nicht hinein.
LG,
Yvonne
Sorry wegen der Schreibfehler, habe mir gerade die Hand gestoßen und kann nicht so recht tippen
Yvonne
Hallo Yvonne,
wie kommst du auf ein Anzahl von “an die 20 Hunde”? Das ist falsch, Superfly’s hatte nie mehr als 5 eigene Whippets zur gleichen Zeit. Und auch Koseilata’s hatte nicht mehr.
Wenn es temporär zu einer höheren Anzahl zwischen 10- 15 kam, dann lag das an den Alten, Zurückgekommenen oder Gästen.
Gerüchteweise sollen wir zusammen ja “an die 100 Whippets” gehabt haben ;-).
Außerdem gehört das nur insoweit hierher, als dass ich mir:
Durch Erfahrungswerte eine Meinung bilden konnte !
Und was diesen Menschen mit den Aussies betrifft: Ist ja sehr interessant, was du da schreibst. Ich kannte den Mann nicht und wer so alles meine Artikel auf seiner HP hat ist mir auch nicht geläufig. Er hat sich aber gut verkauft …(an den Früchten werdet ihr sie erkennen). Interessant ist doch, dass er mit all seinen vielen Hunden, die dann immer mehr wurden, offensichtlich auch den Überblick verloren hat.
Also sind wir zurück beim Thema: Fördert eine zulässige Haltung in Zwingern, Garagen, Scheunen und Ställen nicht eher die Ansammlung von Hunden?
Hallo Marianne,
Du hättest uns dann ja mal erzählen können, wie es mit so vielen Hunden eben auch anders geht, als in Zwingern usw.. Daher gehört es schon an dieser Stelle erwähnt, finde ich
Ich war der Meinung auf Eurer damaligen Homepage mehr als 10 Hunde gefunden zu haben.
Also wenn schon Hallen aufgestellt, oder angemietet werden, um Hunde darin zu halten, hört für mich persönlich der Spaß auf!
Auch wenn Hunde ausser Reichweite des Menschen (aktueller Fall bei Peta “Schäferhunde von den schwarzen Seeperlen”) gehalten werden!
Für mich persönlich sind die Grenze eigentlich 10 Hunde, oder eben alles, was noch ins Bett passt!
Denn ich möchte mit meinen Hunden leben. Darum haben wir unseren Rüden auch kastrieren lassen. Es müssen keine Hunde mehr getrennt werden.
Ich denke, als Welpenkäufer hat man schon Macht!
Aber auch hier legt jeder Mensch seine Grenzen anders an.
LG,
Yvonne
Bei der Homepage des einen oder anderen aktuellen Whippetzüchters bezweifel ich, dass die Haltung vieler Hunde etwas mit züchten zu tun hat. Da werden eigene Rüden und noch mehr eigene Hündinnen präsentiert. Eine eigene Sparte für Neuzugänge mit diesen oder jenen fantastischen Pedigrees, die die Zucht bereichern sollen, fehlt nicht. Unter Welpen abzugeben, findet man die übrig gebliebenen Junghunde aus dem letzten Wurf und last not least wird auf der Startseite bereits der nächste Wurf angekündigt.
Fotos mit einer grünen Wiese als Auslauf können mich nicht beeindrucken, weil ich bezweifel, dass man so vielen Hunden in Bezug auf Zuwendung gerecht werden kann.
Lobenswert dagegen die Züchter, die jedes Jahr (oder in noch weiteren Abständen) maximal einen Wurf genau planen und sich auf den Mitbesitz ihrer Nachzucht beschränken, um sich nicht selbst zu zubauen.
Ach ja, und da sind noch die Züchter, die gleich mehrere Windhundrassen züchten. Ich mag mir nicht vorstellen, wie viel Hunde für einen genetischen Pool dafür erforderlich sind wie viel Zuwendung der einzelne bekommt.
Ja, da hast Du absolut Recht, Birgit. Mehrere Rassen zu züchten, ist für mich oft ein Zeichen von Massenzucht. Für mich ist es einfach UNBEGREIFLICH (!!!), wenn Welpen bzw. Junghunde übrig bleiben, trotzdem einen weiteren Wurf zu machen.
Ihr habt ja alle sooo Recht!
In dem vorherigen Artikel, ist es nur so, das es sich um Podencos handelt, die in der Welpenzeit bestimmt nicht so einfach zu händeln sind, da sie extrem stürmisch und lebhaft sind !
Wir haben auch 3 Podencos und ich weiß wie anspruchsvoll diese in Bezug auf ihren Jagdtrieb sind, das ist mit einem Whippet nicht zu vergeleichen und man muß sich schon einiges einfallen lassen um dem gerecht zu werden.
In ihrer Heimat, kann ein seriöser Züchter dem viel besser gerecht werden, von den unseriösen Vermehrern mal abgesehen!
Das ist aber keine Entschuldigung für dieses erbärmliche Verhalten .
Man fragt sich ja auch, warum ein Mensch in Deutschland Podencos züchten muß !
Liebe Grüße
Gabi
Bravo Marianne, dass Du wieder vorn an der Front stehst! Aber wenn Menschen es wirklich interessieren würde w i e Hunde gehalten oder gezüchtet würden, dann hätten die Händler z.B. aus Polen keine Chance, ihre Fabrik-Produkte zu verkaufen und glaube mir….es boomt! Jeder 2.Hund, der hier rumläuft (und das sind viele!!) stammt aus dem Handel…billig und leicht zu bekommen…so einfacht ist das!!
TG Gerda
@Gerda
Und inzwischen taucht auch der eine oder andere Hund bei Whippetzüchtern und auf Ausstellungen aus Polen auf. Westeuropäische Züchter vermelden stolz auf ihrer Website, dass der oder der Welpe nach Polen oder ins Baltikum ging. Natürlich mit englischen oder amerikanischen Vorfahren, die vom Namen her etwas her machen. Mit rein polnischen Vorfahren kann man nicht punkten. Die Polen bezahlen sie teuer, stellen sie aus (Titel garantiert) und züchten damit, möglichst noch mit einem englisch klingenden Zwingernamen. Westeuropäische Züchter kaufen die Welpen zu einem Spottpreis. Der Umweg spart Bares.
Birgit, ich finde es nicht in Ordnung seriöse Züchter in Osteuropa - ja, die gibt es dort - pauschal mit den Vermehrern und Welpenfabriken dort in einen Topf zu werfen.
@fioretti
Ich habe in meinem Kommentar nichts “in einen Topf geworfen”. Niedrige Preise für Welpen bedeutet nicht automatisch Massenzucht. Ich habe Gerdas Kommentar nur weiter auf Züchter ausgedehnt.